Die Tiere hier am Deich

Tiere gehören zum Kleinen Vorwerk dazu wie der Deich selbst. Mit uns leben Esel, Schafe, unsere alten Hündchen, die wir schon seit Botsuana haben, und ein zahnloser norwegischer Tierschutz-Tiger.

Besonders die Esel laden dazu ein, innezuhalten. Wenn die Welt zu schnell ist, genügt es oft, eine Zeit bei ihnen zu stehen, ihrem leisen Schnauben zuzuhören und zu beobachten, wie sie selig einen Ast beknabbern. Und wer mehr Zeit mit ihnen verbringt, merkt schnell: Esel lassen sich nicht so leicht beeindrucken. Sie reagieren auf Ruhe, Klarheit und Geduld. Unweigerlich lehren sie uns vor allem Letzteres – und man ist ein bisschen stolz, wenn sie dann ganz von sich ihre Zuneigung ausdrücken.

Im Eselbereich steht eine Bank, und sofern die Esel mit euch einverstanden sind, kann man da ganz hervorragend ein Buch lesen und dazu einen Tee trinken. Und wer bei der Versorgung der Tiere mit anpacken möchte, es gibt immer etwas zu tun.

Für Gäste, die möchten, gibt es die Möglichkeit, diese Wesen kennenzulernen und Zeit mit ihnen zu verbringen – gerne auch jeden Tag als festes Ritual während Eurer Zeit hier.

Unsere Tiere im Portrait

Die Esel Sam & Frodo hinter der blauen Stalltür

Frodo & Sam

Samwise (der weiße Esel, pun intended) ist Frodos treuer Begleiter, und meist in seiner Nähe. Er hat seinen ganz eigenen Kopf. An einem Tag darf man ihn bürsten und kuscheln, am nächsten läuft er weg sobald er die Bürste sieht. Er hat die allerbeste Schnauze der Welt, rosa, weich und wenn man Glück hat, beschließt er, einen „einzuatmen“. Er steht dann ganz still mit gesenktem Kopf, und er atmet ganz sanft direkt an Dein Gesicht. Esel machen das untereinander und tauschen so Informationen aus und bezeugen ihre Verbundenheit. Welch Ehre, welch Jubel, wenn Sam einen für einen Moment in seine Herde aufnimmt.

Frodo ist der Älteste unserer Esel und definitiv der klügste. Er überlegt immer ganz genau, und hat sich am Anfang strikt gegen komische Dinge wie Bürsten, Halfter oder Hufe auskratzen entschieden. Nichts zu machen. Mittlerweile haben wir sein Vertrauen gewonnen, jeden Tag ein Stück mehr. Morgens darf er mit mir in die Futterbox und frisst da sein extra Futter (am liebsten warm), denn seine Zähne sind nicht mehr die Besten. Danach nibbelt er genüsslich Heu direkt aus dem Vorrat, während die anderen draußen an den Heunetzen für ihr Fressen arbeiten müssen. Er liebt Kraulen in den Ohren – und wenn man es soweit bei ihm gebracht hat, darf man sich insgeheim ein bisschen auserwählt fühlen.

Die Esel Merry & Pippin am Grasen

Merry & Pippin

Merry ist der kleinste unserer vier. Er hat ein bildschönes Gesicht und weiß ganz genau, wie photogen er ist. Selfie mit Esel? Der kleine Kerl ist der Mann dafür. Wenn er gefressen hat und schönes Wetter ist, kann er so wunderbar kuscheln, dass einem die Tränen kommen. Er hält ganz still, ist mit seiner ganzen Energie bei einem und man wird unweigerlich ganz warm innerlich. Wirklich wahr, er kann ein bisschen zaubern. Und die andere Seite: sobald Futter im Spiel ist, wird aus Merry Gollum. Er legt die Ohren an, Kopf runter, schnellen Schrittes auf Angriff und vertreibt alle von „seinem“ Heu, Stroh oder Ast. Wir passen gut auf, dass alle etwas bekommen, aber wehe, ein Netz ist größer als das andere, Merry Gollum sieht alles.

Pippin ist der jüngste im Bunde und auch der größte. Er hat wundervolle Flausen im Kopf (er knabbert zum Beispiel männlichen Besuchern einmal den Schuh an – aber nur einmal, beim ersten Besuch, und eigentlich auch nie bei Frauen), ist super neugierig und unerschrocken und gleichzeitig so ausgeglichen und lieb, man mag manchmal kaum glauben, dass er in Eseljahren gerade mal Teenager ist. Pippin ist meist für eine Kuschelrunde zu haben, und liebt ausgiebiges Bürsten. Am allertollsten findet er (wie alle) Spazierengehen, allerdings arbeiten wir noch daran, das Gras ganz gelassen Gras sein zu lassen. Wir glauben, Pippin wird mal unser Wanderesel, ganz gemütlich, mit ein paar Pausen zum Snacken unterwegs.

Heidschnucke und Victor

Die Schnuckis

Heidschnucken gehören zu den ältesten und genügsamsten Schafrassen Deutschlands, ursprünglich aus der Lüneburger Heide. Ihr Name kommt vom Wort „schnucken“ – naschen – weil sie sich mit dem kargsten Grün zufriedengeben, das man ihnen vorsetzt. Zottelig, scheu und ziemlich eigensinnig, aber genau deshalb ist es ein kleines Erlebnis, wenn sie einem doch mal ganz nah kommen.

Unsere Schnucken wurden vor dem Schlachter gerettet; wir haben vier Mamas mit jeweils einem Lamm aufgenommen. Alle acht sind unfassbar unterschiedlich – von extrem mutig, fast schon forsch wie Dolly, zu zurückhaltend, beobachtend wie die älteste der Truppe, von uns Judy genannt. Mittlerweile können wir alle aus der Hand füttern und dabei berühren und bei einigen darf man sogar ein bisschen kraulen. Es gibt fast nichts Schöneres, als wenn der ganze Haufen mit wackelnden Popos auf einen zu gerannt kommt. Und für ein wenig Müsli trauen sie sich auch an Besucher ran 😉

Anna-Lena mit drei Lämmern

Candyboyz

Die Candyboyz sollten eigentlich mit ihren Mamas nur einen Sommer lang den Deich beweiden und dann in den Topf. Und dann waren sie leider so unglaublich niedlich und liebenswert, dass wir sie nicht gehen lassen konnten. Mittlerweile kastriert, dürfen sie hoffentlich bald mit den Schnucken eine gemischte Herde bilden. Erste Annäherungsversuche durch den Zaun gab es schon, und man versteht sich.

Die drei heißen Karamell, Nougat und Toffee und sind wahre Kuscheltiere. Besonders Karamell sucht aktiv Nähe und fordert seine Menschen ganz direkt zum Kraulen auf. Auch die anderen beiden sind einfach nur Zucker. Sobald man die Weide betritt kommen sie angelaufen. Zugegeben: sie wollen Müsli. Aber wenns keines gibt, dann sind Streicheleinheiten auch willkommen. Jeder hat seine liebste Stelle – wir verraten auch gerne alle Geheimnisse und hoffen, dass ihr so wie wir am Ende denkt „ich hätte nie gedacht, dass ein Schaf so ein kleines Wesen ist, genau wie ein Hund“.

Wichtig für den Besuch

  • Unsere Tiere freuen sich nach Absprache über einen Besuch
  • Sie sind niemals zu füttern und die Gehege und Weiden nur mit uns oder nach Absprache zu betreten
  • Wer bei der Pflege helfen mag, gerne, sagt uns einfach Bescheid
  • Wir füttern so artgerecht wie möglich, und fast ausschließlich Biofutter. Bitte bringt daher kein normales Müsli oder andere Futter mit

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