Oder „warum bei uns die Wärmepumpe läuft & der Putzeimer nach Kräutern riecht“
Als wir das Kleine Vorwerk übernommen haben, war für uns schnell klar: Wir wollten hier nicht einfach ein hübsches altes Haus mit neuer Tapete. Ein Hof mitten in der Marsch, direkt am Wasser, mit Tieren drumherum – da hängt vieles zusammen, was woanders vielleicht keine Rolle spielt.
Heizung
Geheizt wird bei uns mit einer ganz modernen Wärmepumpe statt mit Öl oder Gas. Das war am Anfang mit mehr Aufwand und Kosten verbunden als eine klassische Heizung. Aber langfristig ist es die Entscheidung, mit der wir uns am wohlsten fühlen.
Ganz ohne Kompromisse geht das bei einem Haus dieser Größe – eigentlich zwei Häusern – aber nicht. Wenn man der Erste ist, der an dem Tag das Wasser nutzt, kann es mal eine Minute länger dauern, bis warmes Wasser kommt. Und wenn viele Menschen ganz kurz hintereinander duschen wollen, kommt die Gerätschaft an ihre Grenzen. Dafür schaltet die Anlage ab, sobald es die Außentemperatur zulässt, und denkt auch sonst ziemlich mit.
Putzmittel, Kosmetik & Einrichtung
Auch beim Putzen achten wir bewusst darauf, was ins Abwasser geht – nicht nur, weil es besser für unsere Kläranlage ist, sondern weil wir hier direkt neben Marsch und Fluss leben. Deshalb gibt es bei uns keine aggressive Chemie im Putzschrank, und auch Duschgel und Shampoo in den Bädern sowie das Waschpulver sind biologisch abbaubar. Genauso wie unser Toilettenpapier und die Küchenrolle. Und die Putzlappen, die ihr hier findet sind entweder aus Baumwolle, oder aus Bambus. Ohne Mikroplastik.
Bei der Einrichtung war uns wichtig, dass möglichst viel aus natürlichen Materialien besteht statt aus Plastik und Pressspan. Wo möglich, kaufen wir second hand. Außer natürlich bei so Dingen wie Matratzen. Vielleicht wagen wir uns da in ein paar Jahren an Latex oder andere tolle Materialien wie Kokos – for now haben wir konventionelle Matratzen, schön fest und mit einem extra Baumwolleunterbett geschützt.
Bei der Bettwäsche haben wir uns für Baumwolle entschieden und wollen beim nächsten Kauf Tencel ausprobieren, weil das beim Anbau weniger Wasser verbraucht.
Ernährung
Und auch beim Essen denken wir Nachhaltigkeit mit: das Fleisch, das es bei uns gibt – etwa im Grillpaket – kommt von unseren Nachbarn, die leidenschaftlich Bio-Landwirtschaft betreiben. Die Rinder kann man auf der Weide antreffen und wir garantieren, dass hier Tierwohl ganz oben steht. Wenn schon Fleisch, dann richtig. Wir hoffen, dass sich viele Gäste für diese Variante entscheiden, wenn sie bei uns grillen oder sonst Fleisch essen. Teuer? Ja, aber nur so teuer wie Fleisch eigentlich sein muss.
Unsere eigenen Tiere werden soweit möglich mit Bio-Futter ernährt und wir selbst leben vegan und fahren (mehrheitlich) elektrisch – inklusive dem Hoflader 😉
Nächste Schritte
Als nächsten Schritt planen wir eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Alten Stalls. Damit soll künftig ein Teil des Stroms, den Wärmepumpe und Hof brauchen, direkt bei uns entstehen, statt komplett zugekauft zu werden. Bis dahin natürlich nur Öko-Strom. Spätestens dann bauen wir auch eine Ladestation für E-Autos.
Nachhaltig heißt für uns nicht, dass alles perfekt ist. Aber wir versuchen, bei den Entscheidungen, die wir treffen können, die zu wählen, die uns langfristig am wenigsten schlechtes Gewissen bereitet – für den Hof, für die Tiere, und für alle, die bei uns zu Gast sind.
